Kriechkeller - eine risikobehaftete Konstruktion

Belüftete Kriechkellerkonstruktionen zählen zu den problematischsten Konstruktionen beim Holzbau. Ursache dafür ist, dass Feuchtigkeit nicht selten ein Problem darstellt.

Kriechkeller

Warum sind Kriechkeller Schäden durch Feuchtigkeit ausgesetzt?

Feuchtigkeit kann vor allem in von außen belüfteten Kriechkellern problematische werden. Feuchtigkeitsschäden entstehen dadurch, dass warme Sommerluft in den kühlen Kriechkeller einströmt und dort abgekühlt wird, So steigt die relative Luftfeuchtigkeit an und kann im Spätsommer Kondenswasser bilden, welches Wassertropfen under der Balkenschicht bildet.

Warum ist Feuchtigkeit im Keller so schädlich?

Die Feuchtigkeit selbst ist nicht das Problem, doch Feuchtigkeit im Zusammenhang mit organischen Materialien verursacht oft Besorgnis bei den Hauseigentümern. Organische Materialien, wie Sägespäne und Holzbalken, werden oft in der tragfähigen Unterkonstruktion verwendet. Feuchtigkeit auf organischem Material führt zu Schimmelbildung, welche Gestank und gesundheitliche Schäden verursachen kann. Schimmel kann sich so auf weitere Bausubstanzen ausbreiten und Materialien schädigen und zerstören.

Kann man Feuchtigkeitsschäden vorbeugen?

Wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten wird, schadet das der Bausubstanz nicht. Das ist jedoch nicht so einfach wie es sich anhört. Die Außenluftfeuchtigkeit ist hoch und liegt normalerweise bei rund 80 %. Die Ursache für Schäden variiert von Kriechkeller zu Kreichkeller und ist von verschiedenen Faktoren abhänging: dem allgemeinen Zustand des Hauses, dem bebauten Gelände, den verarbeiteten Baumaterialien, Temperatur und Klima, Vegetation rund um das Haus und vieles mehr.

Zementgebundene Spanplatten trotzen der Feuchtigkeit in Kriechkellern

Die Gründung von Kriechkellern (Holzbodenplatten auf umlaufenden, belüfteten Streifenfundamenten zählt vor allem in Skandinavien seit Jehrzehnten zum Baustandard. Als unterseitige Beplankung von Kriechkellern ist ein Material nötig, welches schimmelresistent und diffusionsoffen ist - die optimale Lösung dafür bieten zementgebundene Spanplatten.

Konstruktion Kriechkeller
Abb. 4*



Konstruktionen von Holzbodenplatten über Kriechkellern bieten eine Reihe Vorteile:


- Holzbauteile liegen über dem spritzwassergefährdeten Bereich

- keine flächigen Betonarbeiten sind notwendig, wobei Baufeuchte reduziert wird

- hohe Dämmstandards können ermöglicht werden

- nachträglicher Einbau von Ver- und Entsorgungsleitungen ist möglich.


Internationale Erfahrungen und Forschungen (TUM, MFPA Leipzig GmbH*) zeigen, dass besonders bei Holzbodenplatten über Kriechkellern hinsichtlich auftretender Feuhtebedingungen entsprechende Maßnahmen zum Holzschutz zu treffen sind. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse wird eine Folienabdeckung des Bodens sowie ausreichende Belüftung des Kriechkellers gefordert.

Die DIN 68800 sieht vor, dass Holzwerkstoffe für die unterseitige Kriechkellerbekleichung /-beplankung verwendet werden, welche ein fungizides Wachstum (Schiummelbefall') erschweren, bzw. ausschließen sollen.



Zementgebundene Spanplatten (Basisplatten) entsprechen dieser Eigenschaft und eignen sich somit besonders als Holzbodenplatten unter Deckenbalken.

 

 

 

 

* Winter, S. Bauer, P. Werther, N.: "Untersuchung der klimatischen Verhältnisse in Kriechkellern unter gedämmten Holzbodenplatten zur Vermeidung von Bauschäden bei nicht unterkellerten Gebäuden und zur Kostenreduzierung." Abschlussbericht 06/2008, Fraunhofer IRB Verlag 2009, ISBN 978-3-8167-7921-6